Im November 2007 waren in Deutschland noch 102.306 Menschen in der Textil und Bekleidungsindustrie beschäftigt. Die Textilindustrie hat heute in Europa nur noch eine untergeordnete Bedeutung. Viele Stoffe kommen aus den Niedrigpreisländern, die einen großen Teil des europäischen Bedarfs decken, unter anderem der Volksrepublik China, Indien, Südkorea und Taiwan. Sie werden dort gefärbt und genäht. Dagegen verzeichnet die Produktion technischer Textilien sogar Wachstum in Deutschland.
Traditionelle Zentren der Textilindustrie in Deutschland sind Aachen, Albstadt, Apolda, Augsburg, Aschaffenburg, Bad Hersfeld, Bielefeld, Herford, Bocholt, Chemnitz, der Niederrhein mit den Zentren Krefeld und Mönchengladbach, das Bergische Land mit dem Zentrum Wuppertal und das westsächsische Erzgebirgsvorland mit Crimmitschau. Die Hochschule Niederrhein mit dem Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik in Mönchengladbach ist heute auch mit ca. 1.800 Studenten die bedeutendste Ausbildungsstätte für die Textil- und Bekleidungsindustrie. Weitere Zentren sind die Grafschaft Bentheim, das Ruhrgebiet, Oberfranken, Plauen und das Vogtland, Rheine, Schmallenberg sowie Zittau, die Oberlausitz und das Wiesental im Südschwarzwald.
In Österreich sind dies Vorarlberg und das Waldviertel, wo vor allem die Banderzeugung beheimatet war und deshalb auch das Bandlkramerlandl bezeichnet wird, und das Mühlviertel.
In der Schweiz war die Textilindustrie vor allem in der Ostschweiz und im Zürcher Oberland mit Produktionsstätten stark vertreten. Heute ist Winterthur mit dem Hauptsitz der Firma Rieter und anderen ein Standort, an dem viele Textilmaschinen entwickelt werden. St. Gallen ist noch heute berühmt für die exklusiven St. Galler Spitzen. Kam von hier bis zum 17. Jahrhundert vorwiegend Leinwand war es anschließend Baumwolle. Während der Hochblüte im 19. Jahrhundert wurde dann vorwiegend Stickerei produziert.